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Wie Künstliche Intelligenz unsere Lebenswelt beeinflusst

Ernst Grewe

 Ernst Grewe (Aufnahme: Christian Dick)

                                                                                                           

Ein Gespräch mit dem KI-Experten Ernst Grewe

 

Ernst Grewe ist als Software-Entwickler für die zur Schweers Gruppe gehörende Firma PanStreet International GmbH tätig. Mit dem Unternehmen hat er Pionierarbeit geleistet und ist seit den Anfängen vor 34 Jahren für die Schweers Gruppe tätig. Er hat ein Studium zum Diplom-Ingenieur an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach absolviert. Sein Steckenpferd ist der Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Dieser hat ihn bereits vor rund 30 Jahren fasziniert und ihn bis heute nicht losgelassen. Seit rund 5 Jahren kann er seine Passion auch in der Firma PanStreet einbringen. In einem Gespräch gab er Einblicke in das Themenfeld KI.

Das Gespräch führte Christian Dick.

 

Das Prinzip hinter KI


Ernst Grewe stellt das Prinzip von KI als ein „System von Zellen“, das mit der Prinzip der Synapsen im Gehirn vergleichbar ist. Die Verknüpfungen zwischen diesen Zellen werden durch Daten gebildet, die ihnen zugeführt werden. Es kommt also entscheidend darauf an, wie die Programmierer mit der KI umgehen, also welche Befehle und Daten sie eingeben.

Beispiel: Ein KI-System kann man sich Grewe zufolge vereinfacht als einen schwarzen Kasten vorstellen. In diesen Kasten wird eine sehr große Zahl an Beispielen eingegeben, die aus Eingangsdaten und Folgedaten bestehen. Eine Möglichkeit ist es, beispielsweise 50.000 Bilder, die durch die Eingabe „Dies ist ein Auto“ oder „Dies ist ein Fahrrad“ entsprechend klassifiziert werden. Die KI lernt dann durch Verknüpfungen bestimmte Gesetzmäßigkeiten für die Einstufung als „Auto“ oder als „Fahrrad“. Je mehr Bilder für ein bestimmtes Objekt eingestellt werden, desto höher ist die Quote der Wahrscheinlichkeit einer richtigen Erkennung bzw. Prognose. Die Fehleranfälligkeit der Prognosen wird schließlich auf ein Minimum begrenzt.


Anstatt der Klassifizierung als „Auto“ oder „Fahrrad“ kann die KI auch in vielen anderen Bereichen genutzt werden. So kann sich die Medizin KI zunutze machen. Es könnte zum Beispiel eine große Zahl von Abbildungen mit den Merkmalen „Vitiligo“ (Weißfleckenkrankheit) oder auch „Basaliom“ (weißer Hautkrebs) aus der Dermatologie gekennzeichnet sein.


Die Schweers Gruppe und KI


Die Schweers Gruppe hat bei ihren ausgefeilten Technologien zur Überwachung des ruhenden Verkehrs und zur Erfassung des Parkraums schon frühzeitig auf Digitalisierung gesetzt. Die zur Schweers Gruppe gehörende Firma PanStreet International GmbH nutzt KI nach Angaben von Ernst Grewe für Ihre Software. Mithilfe der KI können dann Autokennzeichen und Autos im Vorbeifahren mit einer Geschwindigkeit von zum Beispiel 50 km/h erkannt werden, was sonst nur mühselig zu Fuß möglich wäre. Dies erleichtert die Arbeit der Erfassungskräfte der kommunalen Behörden im ruhenden Verkehr erheblich.


Nutzen und Einsatzbereich von KI


„KI dient der Automatisierung von Vorgängen, die der Mensch sonst nur mühselig manuell verrichten oder gar nicht einer solchen Qualität schaffen würde“, führt Ernst Grewe aus. Sie entlastet die Arbeitskräfte also, weil aufwendige Arbeitsprozesse einfach und leicht gestaltet werden. KI bietet einen ganz klaren Vorteil bei der Durchführung von Massenverfahren. Hier stehen die Behörden normalerweise vor einem riesigen Berg an routinemäßiger, sehr ermüdender und für das menschliche Gehirn sehr komplexer und mühseliger Arbeitslast. Durch die automatische Abwicklung von Massenverfahren werden also die Arbeitsabläufe erheblich entschlackt, vereinfacht und beschleunigt. Dies ist zum Beispiel zur Steigerung der Effizienz in der Kriminalitätsbekämpfung für Polizei- und Justizbehörden von nicht zu unterschätzendem Wert.


Weiterhin ist es in der Medizin mit Hilfe von KI möglich, Tumore in einem früheren Stadium zu erkennen als dies dem Menschen möglich ist.


KI wird in immer mehr Bereichen eingesetzt und kann zum Beispiel auch für Wettervorhersagen eingesetzt werden, berichtet Grewe weiter. Die Systeme lernen irgendetwas und ziehen Schlussfolgerungen. In der Musik, so Grewe, kann KI zum Beispiel etwas für den Anwender komponieren.


Auswirkungen der KI auf Gesellschaft und Arbeitswelt


Nach Meinung von Ernst Grewe wirkt sich KI wie folgt auf unser alltägliches Leben aus „Natürlich bietet KI die Möglichkeit, Sachen zu machen, die man vorher nur aufwendig manuell machen konnte. Es besteht die Gefahr der Wegrationalisierung von Arbeitskräften. Aber es gibt in positiver Hinsicht auch die Möglichkeit von mehr und besserer Spezialisierung der Arbeitskräfte.“


Kann KI menschliches Verhalten antizipieren?


Zu der Frage, ob es möglich ist, mittels KI vorauszusagen, dass eine Person XY zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Gewalttat begehen wird ist Ernst Grewe folgender Ansicht: „Sicherlich ist KI auch in der Psychologie einsetzbar. Es gibt aber eben auch äußere Einflüsse, so dass eine Gewalttat nicht vorausgesagt werden kann. Für eine Diagnose, so denke ich, kann KI auf jeden Fall zweckdienlich sein. Wenn die Diagnose zum Beispiel eine Psychose ist und man dies auch mit KI feststellen kann. Aber man kann nicht voraussagen, dass die Person XY nächstes Jahr an einem bestimmten Tag eine Gewalttat begehen wird.“


Was bei KI zu bedenken ist


Jeder neuen Technologie sollt man nicht unkritisch gegenüberstehen. Was allerdings an dieser Stelle unbedingt anzumerken ist, ist die Tatsache, dass bei jeder Technologie immer der Mensch, der diese anwendet, die größte Gefahr darstellt.


Reden von Politikern können mittels KI manipuliert werden, beschreibt Grewe. So könne beispielsweise eine Rede von Wladimir Putin so verändert werden, dass er in einem Video und auch akustisch das sagt, was der Anwender der KI beabsichtigt.


Gefährlich wird es Grewe zufolge zum einen in dem Fall, wenn die KI missbraucht wird, und zum anderen, wenn sie plötzlich nicht mehr kontrollierbar ist. Dass die KI nicht mehr kontrollierbar sei, das sei allerdings Zukunftsmusik. Missbrauch gebe es schon jetzt, zum Beispiel bei der Erzeugung von Fakes, das heißt, wenn KI benutzt werde, um Sachverhalte zu manipulieren, wie zuvor beschrieben.


Grewe zufolge ist weiterhin folgender Aspekt von erheblicher Tragweite „Wenn ein System durch eine Eigendynamik zu einer Entwicklung kommt, die von vornherein nicht angedacht war, dann hat man das System nicht mehr im Griff, und dann wird es gefährlich.“ Je komplexer die Rechner würden, so Grewe, desto fähiger seien solche Systeme, sich weiterzuentwickeln.
Auf gut nachvollziehbare Weise veranschaulicht Grewe die Problematik: „Eine Software ist zum Beispiel so aufgebaut, dass Gehirnzellen in einer Matrix erfasst werden, deren Größe man festlegt, zum Beispiel 100 x 100 Zellen. Durch das Lernen, das die KI vollzieht, werden Verbindungen zwischen den Zellen hergestellt. Gefährlich wird es dann, wenn ein solches System in der Lage ist, sich selber zu erweitern. Das System kann zum Beispiel selbstständig seine Kapazität vergrößern. Dann wird es gefährlich.“


Aus all dem zieht Grewe die Schlussfolgerung: „Grundsätzlich ist es die Absicht, durch die KI das Leben zu erleichtern. Der Mensch ist immer versucht, herauszufinden, was mit den Technologien machbar ist und wo die Grenzen sind, die man besser nicht überschreiten sollte.“


Als Quintessenz lässt sich somit festhalten, dass die Künstliche Intelligenz, wenn es um die Ausführung von Spezial- und Routineaufgaben geht, die insbesondere bei Massenverfahren anfallen, ein Meilenstein in der Entwicklung der Industrie, Wirtschaft, Dienstleistungsgesellschaft und in der Arbeit der Sicherheitsbehörden und Strafverfolgungsbehörden ist. Wichtig ist festzuhalten, dass ein lernendes System wie die KI die Arbeit des Menschen lediglich unterstützen, erleichtern und vereinfachen kann, zum Beispiel wenn es darum geht großer Datenmengen Herr zu werden, diese auszuwerten und wiederkehrende Gesetzmäßigkeiten zu erschließen. Dies heißt jedoch nicht, dass KI das menschliche Gehirn ersetzen kann. Das menschliche Gehirn ist nicht zuletzt auf Grund seiner kognitiven Kapazitäten allen denkbaren Technologien haushoch überlegen.


Es ist der Mensch, der einer Maschine Fragen und Befehle eingeben kann und damit eine Technologie für seine angestrebten Zwecke einsetzen kann. Es sind nicht zuletzt datenethische Aspekte, die der Mensch beim Umgang mit Daten und bei der Erwägung über den Einsatz von KI reflektieren muss. Wichtig ist daher immer der verantwortungsvolle Umgang des Menschen mit der Künstlichen Intelligenz.

 

Schweers Consult auf der Kommunal Messe 2022 in We...
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